Guck ma – Das große Fotoprojekt für Fairness und globale Gerechtigkeit

Guck ma: Interview mit Fotograf Christoph Siegert #Hamburg #Fotografie #Fairness #Nachhaltigkeit

„Guck ma“ ist in die dritte Runde gestartet. Aus diesem Anlass habe ich Christoph Siegert, den bekannten Hamburger Fotografen und Schirmherren des Projektes, interviewt.

Christoph Siegert_neu

 1.   Wie bist du auf das Fotoprojekt Guck ma aufmerksam geworden und was hat dich motiviert, die Schirmherrschaft  zu übernehmen?

Gute Frage…(Christoph lacht): Du, Christina,  hast mich damals gefragt und ich habe spontan „ja“ gesagt, weil das Projekt hoch spannend und Fotografie per se mein Thema ist und es mir einfach Freude bereitet, mich zu engagieren und jungen Menschen gesellschaftlich relevante Themen zu vermitteln. Als Hamburger unterstütze ich natürlich auch gern Projekte für und in Hamburg.

 2.   Was bedeuten dir persönlich die Themen Fairness und Fair Trade?

 Als Jugendlicher war ich aktiv im Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung (DJN). Das hat mich sehr sensibilisiert für Natur- und Umweltschutz und  mein Leben geprägt. Die Themen Fairness und Fair Trade schließen für mich dort an, es geht um gesellschaftliche Bewusstseinsbildung. Wir leben alle zusammen auf diesem einen Planeten und sollten mit Menschen und Ressourcen fair umgehen.

 3. Die Initiatoren von hamburg mal fair, die Guck ma ins Leben gerufen haben, möchten mittels Fotografie ein komplexes Thema an junge Menschen vermitteln. Diese sollen sich inhaltlich und fotografisch mit fairem Handel(n), alltäglich und global, auseinandersetzen und eine Position dazu entwickeln. Wie, glaubst du, kann das am besten gelingen?   

Der Fotowettbewerb ist eine tolle Herausforderung für alle Beteiligten. Ich würde folgende Herangehensweise empfehlen:

1. die inhaltliche Auseinandersetzung (hier stehen auf Wunsch Berater von hamburg mal fair zur Verfügung).

2. In einem kreativen, spielerischen Prozess sollte man einen Teilaspekt herausgreifen, um das fotografische Thema überschaubar und klar zu definieren.

3. Die Teilnehmer sollten sich auf einen Bereich, der sie besonders interessiert,  fokussieren und diesen so gut wie möglich visuell umsetzen (hierbei gibt es auf Wunsch Unterstützung von Profifotografen).

 4. Du hast die jungen Teilnehmer/innen der ersten und zweiten  Wettbewerbsrunde erlebt. Gab es etwas, das dich besonders überrascht oder berührt hat?

Als Mitglied der Jury konnte ich alle eingereichten Arbeiten der ersten beiden Wettbewerbsrunden sichten. Besonders haben mich die jüngeren Teilnehmer beeindruckt. Sie haben einen überraschenden Blick auf die Themen Fairness und Fair Trade. Die inhaltliche Auseinandersetzung und der Gerechtigkeitssinn von 12jährigen sind oft schon so klar und deutlich, das hat mich sehr erstaunt. Für mein Empfinden ist der Blick der ganz jungen Teilnehmer oft noch unkonventioneller, noch nicht so abgeschliffen, weniger pragmatisch, noch gar nicht von Stereotypen, eingefahrenen Mustern geprägt, wie oftmals bei Älteren. Da kann ich den Teilnehmern nur zurufen: Bewahrt Euch diesen, Euren ganz eigenen Blick!

5. Gibt es für Interessierte noch die Möglichkeit, Guck ma 2013/14 zu unterstützen? Wie können sich Förderer und Sponsoren engagieren?

Dieses Projekt ist für Hamburg sehr wichtig. Wir erfahren viel Anerkennung. „Guck ma“ gewann im September 2013 für die Stadt Hamburg im Rahmen des Bundeswettbewerbs “Hauptstadt des Fairen Handels” einen Sonderpreis als “ein ungewöhnliches und in seiner Art bislang einmaliges Bildungsprojekt zum Fairen Handel”.

Dennoch: Wir benötigen weitere Förderer und Sponsoren.

Es geht um die Förderung der Jugend und das gesellschaftlich relevante Thema Nachhaltigkeit, das für Wirtschaftsunternehmen immer wichtiger wird.

Es ist eine win win-Situation für alle.

Die Kooperationsmöglichkeiten bei „Guck ma“ sind vielfältig. Es beginnt bei Spenden von Sachpreisen, geht über die finanzielle Begleitung als wichtiger Förderer, bis hin zu prozessbegleitendem Sponsoring wie Unterstützung von Workshops, die hamburg mal fair und die beteiligten Fotografen im pädagogischen Bereich anbieten. Auch die Unterstützung in der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit ist hilfreich, denn „Guck ma“ braucht noch viel mehr Aufmerksamkeit. Wir freuen uns, wenn interessierte Unternehmen Kontakt mit uns aufnehmen.

Letzte Frage:

Warum findest Du, dass dieses Projekt ganz besonders und einmalig ist ?

„Guck ma“ ist deshalb so besonders + einmalig, weil sich Jugendliche über das Medium Fotografie mit einem gesellschaftlich relevanten Thema kreativ beschäftigen und alle, auch die beteiligten Lehrer und Fotografen, von und mit einander lernen. Alle lernen, genauer hinzuschauen. Den eigenen Standpunkt zu überprüfen. Das Kaufverhalten zu überdenken. Für die persönliche Entwicklung als mündiger Staatsbürger geht es darum, ein Bewusstsein für Fairness und Gerechtigkeit zu entwickeln, welches prägend für das ganze Leben ist.

Vielen Dank für das Interview, Christoph!

Das Interview führte Christina Leitow, KULTURPLANETEN, Werkstatt und Büro für Kommunikation, Kultur und Kunst

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Ein Kommentar zu “Guck ma: Interview mit Fotograf Christoph Siegert #Hamburg #Fotografie #Fairness #Nachhaltigkeit

  1. kulturplanet
    November 15, 2013

    Hat dies auf KULTURPLANETEN rebloggt und kommentierte:
    Dieses Interview habe ich im Auftrag von hamburg mal fair – den Initiatoren des großen Fotowettbewerbs „Guck ma“ – mit dem Hamburger Fotografen Christoph Siegert geführt.

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