Guck ma – Das große Fotoprojekt für Fairness und globale Gerechtigkeit

Guck ma´ #Interview mit Gunnar Zink #Fairness #Fair_Trade #Fotografie #Fotowettbewerb #Bildung

Gunnar Zink, Fotoexperte (Gruner + Jahr), unterstützt mit Rat und Tat

„Guck ma´- Das große Fotoprojekt für Fairness und Fair Trade“.

Bereits im zweiten Jahr ist er Jury-Mitglied.

Kürzlich hat der renommierte Fotoexperte im Rahmen der Infoveranstaltung „Fotografie als pädagogische Methode“ im Süd-Nord-Kontor interessierte Lehrer über das Projekt informiert.

Das nehmen wir zum Anlass für ein kleines Interview.

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Warum unterstützt Du Guck ma` (ehrenamtlich und mit so großer Begeisterung) – und was lernst Du selber dabei ?

Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, dass „Guck ma´“ Projekt zu unterstützen, musste ich nicht lange überlegen. Es sind oft die kleinen Impulse, die die Welt ein bisschen besser machen.

Wie Waren produziert und gehandelt werden, ist ein ganz zentrales Thema mit elementaren Auswirkungen auf das Leben aller Menschen. Bei Schülern und Schülerinnen werden Kaufentscheidungen oft nach dem Image des Produktes und dem damit verbundenen Statusgewinn getroffen. Das viel wichtigere Qualitätsmerkmal bei der Kaufentscheidung, „Wurde fair produziert und gehandelt?“ in das Bewusstsein junger Menschen zu rücken, ist mir ein persönliches Anliegen.

Was im besten Falle auch zu einem fairen Umgang miteinander führt, da es letztendlich um die Entwicklung eigener Wertvorstellungen geht.

Obwohl es ein Thema ist, mit dem ich mich schon seit längerer Zeit beschäftige, bin ich im Rahmen des Projekts tiefer in die Materie eingestiegen.

So weiß ich jetzt , dass man auch bei Bioprodukten genau hinschauen sollte, dass es eine „Bananenverordnung“ gibt und vieles mehr.

Warum hältst Du  die Fotografie für eine besonders geeignete Methode zur Bearbeitung komplexer Inhalte mit Jugendlichen ?

 Gerade bei der Erarbeitung von komplexen Themen ist die Fotografie sehr hilfreich. Das findet sich auch in unserer Sprache wieder. Etwas fokussieren, sich ein Bild machen, aus verschiedenen Perspektiven betrachten etc.

Das Fotografieren ist ein aktiver Prozess. Statt Informationen zu konsumieren werden die Schüler/ Innen sich Ihr Bild selbst erarbeiten. Der erste Schritt ist die Recherche, dabei wird auch der Lehrer zu einer wichtigen Informationsquelle.

Der nächste Schritt ist  das Entwickeln einer eigenen Bildidee, danach muss die Umsetzung geplant und organisiert werden. Es folgt das Shooting und die Schüler(Innen haben sich ein eigenes Bild zu der Thematik gemacht.

Wie lässt sich faires Handeln fotografieren? Welche Motive / Themen bieten sich zum Beispiel an? 

Da möchte ich an dieser Stelle gar keine Vorgaben machen. Bilder entstehen im Kopf und meine bleiben dort auch, da ich ja als Juror und vom Alter her nicht teilnehmen kann am Wettbewerb… Aber soviel kann ich verraten: in meinem Motiv wäre keine Banane zu sehen… Der Kreativität der Schüler/Innen lassen wir freien Lauf – wir sollten sie nicht unterschätzen… Wir wurden ja auch im letzten Jahr sehr positiv überrascht. Die Themen bieten eine enorme Vielzahl von Umsetzungsmöglichkeiten:

 Global.fair.handeln: Was haben die Menschen von anderen Kontinenten mit deinem Leben zu tun? Wie können wir rund um den Globus fair miteinander umgehen? Was müssen wir dafür tun oder ändern? Bringe deine Vorstellungen vom globalen Fairen Handel(n) fotografisch auf den Punkt.

Un.Fairness im Alltag:Jeden Tag werden wir mit kleinen und großen Ungerechtigkeiten konfrontiert. Wo und wann in deinem Alltag erlebst du, wie Menschen unfair handeln? Zeig‘ uns diese Situationen mit deinen Fotos. 

 Faire Dinge: Kinderarbeit, Ausbeutung und Lohndumping – davon hören wir fast täglich, wenn es um die Herstellung unserer Konsumprodukte geht. Können eine Schokolade oder ein Fußball überhaupt fair sein? Fair zu wem? Und wie sieht das aus? Fotografiere deine liebsten fairen Dinge!

Helden der Fairness: Kennst du Menschen, die sich besonders fair verhalten? Die sich für Fair Trade oder mehr Fairness im Alltag engagieren? Setz deine ganz persönlichen Helden der Fairness fotografisch in Szene: in der Schule, im Weltladen, auf der Straße oder anderswo.

Wie können Lehrkräfte, die mit ihren Schülern bei Guck ma` mitmachen wollen, die Jugendlichen unterstützen und begleiten?

Wie vorher erwähnt ist es wichtig, das Thema gemeinsam zu erarbeiten. Referate zu einzelnen Themen wären denkbar. Konkrete Bildvorschläge können gesammelt und dann mit der Klasse diskutiert werden.

Außerdem bietet „hamburg mal fair“ für die Erarbeitung des Themas Workshops im Süd-Nord-Kontor, Lernkoffer zum Ausleihen, Referenten und Materialien rund um Fair Trade an.

Hamburger Profi-Fotografinnen und -Fotografen unterstützen  „Guck ma‘“und helfen den Teilnehmern ihre Ideen von Fairness und Fair Trade fotografisch umzusetzen.

Das Gesamtpaket ist auch für Lehrer sehr spannend und wird allen neben dem Informationsgewinn viel Spaß bringen.

Was macht ein gutes Foto aus?

Das ist  ja die fotografische Gretchenfrage. Um allen Aspekten der Bildbeurteilung und der unterschiedlichen Genres gerecht zu werden, würde die Antwort den hier vorgesehen Rahmen sprengen. Daher die Antwort in aller Kürze und bezogen auf das Projekt.

Ein gutes Foto muss den Betrachter erreichen und in wenigen Sekunden die Bildinformation vermitteln. Ein gutes Foto wirkt emotional und es sollte über eine gewisse Ästhetik verfügen. Ein sehr gutes Foto bleibt  darüber hinaus im Gedächtnis des Betrachters.

Was hältst Du von den Ergebnissen der ersten Wettbewerbsrunde, die sich an Schüler von 12 bis 19 Jahren richtete?

Es wurde ein unglaublich hohes Niveau erreicht. Wir Juroren waren allesamt völlig überrascht von der hohen fotografischen Qualität. Der Wettbewerb richtete sich ja an Schüler/Innen und nicht an professionelle Fotografen mit denen ich normalerweise arbeite. Ein Grund war sicherlich auch die gute Hilfestellung der Fotografen, die das Projekt engagiert unterstützen.

 Was rätst Du jungen Leuten von 14. bis 24 Jahren, die jetzt gerne an der aktuellen Wettbewerbsrunde teilnehmen wollen? Wie können sie sich am besten dem Thema nähern und ein Fotomotiv finden? 

Informationen sammeln, eine eigene Bildidee entwickeln und sich dann an die Umsetzung machen. Am besten in kleinen Gruppen arbeiten. Das macht zum einen mehr Spaß und bringt eine höhere Kreativität. Außerdem können Gruppen Bildideen auch besser inszenieren z.B. Szenen nachstellen.

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